Michael wirkt vor allen Dingen zum Beginn des Romans sehr verstört und hat ein schlechtes Selbstvertrauen. Dies ist vor allem durch seine Krankheit, der Gelbsucht, bedingt. Durch die Beziehung mit Hanna jedoch gewinnt er wesentlich mehr Selbstvertrauen, besonders gegenüber anderen Mädchen. Auch sein schulisches Verantwortungsbewusstsein steigert sich. Im zweiten Teil kann man von einer gewissen Rückentwicklung sprechen, da Michael durch das Fehlen von Hanna sehr verstört wirkt, was er selber als eine „Betäubung“ beschreibt. Diese wirkt mehrere Jahre. In dieser Zeit verhält er sich zu anderen Menschen sehr arrogant, abgehoben und überheblich (vgl. S. 85 „Ich erinnere mich an meinen Großvater, der mich bei einem meiner letzten Besuche vor seinem Tod segnen wollte und dem ich erklärte, ich glaube nicht daran und lege darauf keinen Wert.“). Im dritten Teil des Romans ist die oben beschrieben „Betäubung“ anfangs noch vorhanden, nachdem er jedoch Hannas Prozess verarbeitet hat, und ihre Beziehung sich wieder leicht verstärkt, tritt er wieder mehr in das normale Leben ein und findet sich mit Hannas Situation, und später ihrem Tod, ab.
(Paul)