Kapitel 8: „ In einem Lager hatte die Tochter eine Aufseherin erlebt, die „Stute“ genannt wurde, ebenfalls jung, schön und tüchtig, aber grausam und unbeherrscht.“
Michael beschreibt das Buch, der überlebenden Tochter. Es enthält Beschreibungen zur Situation des KZ-Lagers, wie jeden Monat sechzig Frauen selektiert wurden und nach Auschwitz mussten. Die Tochter beschreibt ebenfalls, wie sie mit ihrer Mutter den Brand in der Kirche auf einer kleinen Empore überlebt hat.
Kapitel 9: „Warum haben Sie nicht aufgeschlossen?“
Der zuständige Richter fragt die Angeklagten, nacheinander warum sie nicht die brennende Kirche aufgeschlossen haben. Jede sagte, dass es nicht möglich gewesen war, und dass der vorliegende Bericht falsch sei. Hanna jedoch erklärt, dass sie alle zusammen den Bericht geschrieben hätten. Als dies eine Angeklagte erbost zurückweißt, und er Richter Hanna nach ihrer Handschrift fragt, gibt Hanna zu, dass sie den Bericht geschrieben hätte.
Kapitel 10: „Hanna konnte nicht lesen und nicht schreiben.“
Michael stellt bei Überlegungen über Hannas Verhalten während eines Waldspaziergangs fest, dass sie nicht lesen und schreiben kann. Dies erklärt für ihn viele sonderbare Verhalten Hannas in ihrer Vergangenheit, so z.B. der Streit während der gemeinsamen Radtour. Ebenso das Arbeiten als KZ-Aufseherin, und ihr Zugeben, dass sie den Bericht geschrieben hätte, erklären sich ihm. Michael macht sich nun Vorwürfe, dass er eine Verbrecherin geliebt hat.
Kapitel 11: „Sie haben Feder und Wort geführt“
Durch das Zugeben von Hanna, schieben die anderen Angeklagten ihr alle Schuld zu, und bezeichnen sie als „Führerin“, welche sich das Kommando an sich angerissen hätte. Hanna versucht dieser Situation durch argumentieren zu entgehen, was jedoch aussichtslos ist. Michael beginnt daraufhin zu überlegen, ob er zum vorsitzenden Richter gehen soll, und ihm erzählen soll, dass Hanna eine Analphabetin ist.
Kapitel 12: „Nein, dein Problem hat keine angenehme Lösung.“
Da Michael sich nicht entscheiden kann, ob er mit dem vorsitzenden Richter über Hanna oder gar mit Hanne selbst reden soll, beschließt er Rat bei seinem Vater zu suchen. Dieser verdeutlicht ihm mithilfe von philosophischen Gleichnissen, dass er dass Gespräch mit Hanna bzw. de vorsitzenden Richter suchen sollte. Trotz dieses Rats ist Michael unschlüssig und verunsichert, wie und ob er mit Hanna reden soll.
Kapitel 13: „Wieder und wieder schweiften meine Gedanken ab und verloren sich in Bildern“
Während das Gericht zu Zeugenanhörungen nach Israel fliegt, versucht Michael die Vorträge an der Universität, die er während der Verfolgung von Hannas Prozess verpasst hat, nachzuholen. Dabei verfällt er allerdings immer wieder Tag und Nachts und Träume, die bestimmte Lebenssituationen von ihm mit Hanna, aber auch von Hanna alleine, wieder spiegeln. Weiterhin wundert er sich auch, wie wenig Informationen und Anschauung es zu seiner Jugend über die Konzentrations-Lager gab.
Kapitel 14: „Aber auch der Henker hasst den, den er hinrichtet, nicht und richtet ihn doch hin.“
Michael beschließt ein KZ-Lager zu besuchen. Da er kein Visum für das in Auschwitz hat, trampt er in das nächste KZ-Lager, zum Struthof im Elsaß. Während seiner Fahrt begegnet er verschiedenen Menschen, unter anderem einem Fahrer, mit dem er ein Streitgespräch führt. Der Mann argumentiert für, bzw. verteidigt die Menschen, die in den KZ-Lagern Juden oder andere Menschen vernichtet haben. Er ist der Meinung, dass sie nur ihrer Arbeit gemacht haben, und dass die Juden den Menschen gleichgültig waren. Nach einer provokativen Frage, muss Michael das Auto verlassen, und den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen.
Kapitel 15: „Ich wollte Hannas Verbrechen zugleich verstehen und verurteilen.“
Michael besucht nun schon zum zweiten Mal das Konzentrations-Lager im Elsass. Während er dort im Winter ist, erinnert er sich, wie er bei seinem ersten Besuch versucht hat, sich die Baracken des Lagers voll mit Menschen vorzustellen. Nachdem er in einem Restaurant eingekehrt ist, kann er in der Nacht sehr schlecht schlafen, da er innerlich sehr aufgewühlt ist, und er sich nicht entscheiden kann, ob er Hannas Verbrechen verstehen oder verurteilen will. Am darauf folgenden Tag tramp er zurück nach Hause.
(Kapitel 8 - 15: Paul)