Kapitel 6: „Jungchen, die letzte Geschichte war besonders schön. Danke. Hanna.“
Nach vier Jahren Kontakt mit Hanna bekommt Michael den ersten Brief von Hanna, Dankesworte über die vielen Kassetten, die sie von ihm erhält. Hanna hatte Schreiben gelernt und schreibt Michael nun Briefe. Sie lässt sich über die Literatur aus, oft sind diese Kommentare sehr genau. Sie erkennt Epochen, älterer Literatur von neuerer oder auch was die Autoren bewegt, möglicherweise eine Frau oder das Goethes Gedichte wie kleine Bilder sind. Michael bewundert ebenfalls Hannas Mut, den sie gehabt hat, Lesen und Schreiben zu lernen. Er hebt alle ihre Briefe auf und beobachtet auch die Wandlung der Schrift. Von ihrer anfänglichen Kinderschrift werden die Buchstaben immer ordentlicher und schöner. Dennoch schreibt er ihr nie. Die Kassetten sind seine Art mit Hanna zu reden.
Kapitel 7: „Ich habe mir damals keine Gedanken darüber gemacht, dass Hanna eines Tages entlassen werden würde…“
…Doch dann bekommt Michael einen Brief der Gefängnisleitung. Sie schreibt ihm, da Hanna nächstes Jahr möglicherweise eine Gnadenausschuss bekommen und nach 18 Jahren Haft entlassen werden könnte. Sie bittet ihn sich um Hanna zu kümmern. Er sucht ihr eine Wohnung bei Freunden und findet sogar einen Job in einer Schneiderei für sie. Doch die Bitte Hanna im Gefängnis zu besuchen erfüllt Michael nicht, denn er drückt sich davor. Dann kommt ein Anruf der Gefängnisleitung: „In einer Woche wird Hanna entlassen.“
Kapitel 8: „Ich nahm Hanna in die Arme, aber sie fühlte sich nicht richtig an.“
Es ist Sonntag und Michael besucht Hanna im Gefängnis. Sie sitzen im Gefängnisgarten auf einer Bank. Hanna hat graue Haare und Falten. Sie trägt ein hellblaues Kleid. Sie sitzen nebeneinander und Michael erinnert sich an Hannas Duft. Wie sie roch als sie Arbeitete, sie miteinander schliefen, sie sich wusch oder ihr Schweiß. Ebenfalls erinnert er sich, wie sie damals aussah, aber alles was er jetzt von ihr und riecht ist eine alte Frau. Michael sagt ihr, wie er sie dafür bewundert, dass sie Lesen und Schreiben gelernt hat und bedankt sich für die Briefe. Er erzählt ihr auch von seiner geschiedenen Ehe und seiner Tochter. Auch reden sie über damals, warum sie ihm niemals etwas sagte und sie erklärt ihm, dass sie ohnehin niemand verstehen würde, Michael sitzt neben ihr wird aber das Gefühl nicht los, „alles wirkt falsch.“
Kapitel 9: „Überleg dir, was wir morgen machen.“
Es ist der Tag vor Hannas Entlassung. Michael ruft ins Gefängnis an, um mit Hanna zu sprechen. Er fragt sie, was sie denn morgen machen sollen. Michael ist sehr nervös in dieser Woche und kann sich nicht so richtig konzentrieren. Allerdings ist alles auf unerklärliche Weise ein komisches Gefühl. Michael fragt sich, ob er auch Rechenschaft von Hanna zu fordern hatte.
Kapitel 10: „Ich schwieg wieder. Ich hätte nicht reden, ich hätte nur sammeln und weinen können.“
Am nächsten Morgen ist Hanna Tod. Bei Tagesanbruch hat sie sich erhängt, Michael kommt ins Gefängnis und redet mit der Leiterin. Sie fragt ihn, ob er etwas geahnt hat und er sagt nein. Sie zeigt ihm auch Hannas Zelle, in der sie letzten 18 Jahre gelebt hat. Sie ist noch ausgestattet und Michael sieht ihre Bücher, die sie las, einige davon sind über KZs und Frauen im KZ. An den Wänden kleben kleine Bilder und Zettel. Es sind Zitate, Gedichte, kleine Meldungen, Kochrezepte oder Bilder aus Zeitungen. Ein Bild von Michael als Abiturient ist ebenfalls dabei. Auch h findet er die Kassetten, die er ihr geschickt hat. Die Leiterin erzählt ihm, dass Hanna mit diesen Kassetten lesen gelernt hat. Sie las Wort um Wort und Satz um Satz mit. Es gibt auch ein Testament. Die 7000 DM auf der Bank sollen der Mutter mit der Tochter, die den Brand in der Kirche überlebten, gehören. Michael erfährt, dass Hanna hier viele Jahre lang freiwillig wie im Kloster gelebt hat. Sie hat sich dem Leben hier freiwillig unterworfen. All dies macht Michael traurig und oft ist ihm zum weinen zu mute. Als er Hanna jedoch tot sieht weint er keine Träne mehr.
Kapitel 11: „Es war Herbst in New York. Sie lud mich zum Tee ein…“
Michael fährt nach New York um Hannas Auftrag zu erledigen. Sie verlangt viel, aber Michael will es versuchen. Die Tochter lädt ihn zum Tee ein und er erzählt ihr von Hannas Tod und dem Auftrag. Auch erzählt Michael ihr von deren Verhältnis und, dass er ihr Vorleser war und auch von den späteren Kassetten. Die Tochter einigt sich mit ihm darauf, dass sie das Geld in Hannas Namen zu einer jüdischen Einrichtung für Analphabeten überweisen.
Kapitel 12: „Es war das erste und das einzige Mal, dass ich an ihrem Grab stand.“
Es sind 10 Jahre vergangen. In der Zeit hat sich Michael Fragen gestellt. Er fragt sich, ob er für Hannas Tod verantwortlich sei. Er ist sogar zornig auf sie. Aber dann beginnt er die Geschichte aufzuschreiben, um sie loszuwerden, vergessenes zurückzuholen und um Frieden mit ihr zu schließen. Auch das Geld überweist er an die „Jewish League Against Illiteracy“. Diese bedankt sich bei Hanna über die Spende und Mit dem Brief fährt Michael zu Hannas Grab. „Es war das erste und das einzige Mal, dass ich an ihrem Grab stand.“
(Kapitel 6 - 12: Agnes)