Kapitel 17: „Am nächsten Tag war sie weg.“ (S.79)
Michael möchte Hanna besuchen und setzt sich auf die Treppenstufen vor ihrer Wohnung. Als nach einer Weile Hanna immernoch nicht erscheint, ruft er bei der Straßen- und Bergbahngesellschaft an und erfährt, dass Hanna gekündigt hat als man ihr eine Ausbildung zur Fahrerin angeboten hat. Der Schreiner im Hof sagt Michael außerdem, dass Hanna am selben Tag ausgezogen ist.
- Teil 2 -
Kapitel 1: „Aber irgendwann hörte die Erinnerung an sie auf, mich zu begleiten.“ (S.83)
Nach Hannas Verschwinden sehnt Michael sich anfangs sehr nach ihr. Er entwickelt sogar Schuldgefühle, aber nach einiger Zeit kann er sie verarbeiten und vergisst Hanna zusehens. Während dessen fällt ihm die Schule und sein Studium der Rechtswissenschaften sehr leicht, aber Sophie erkrankt an Tuberkulose. Er selbst beschreibt sein eigenes Benehmen als großspurig, was einiges an Arroganz nach sich zieht. Das merkt auch Sophie, als sie nach Jahren geheilt ist.
Kapitel 2: „Ich sah Hanna im Gerichtssaal wieder.“ (S.86)
Während seinem Studium besucht Michael auch einen Gerichtssprozess, in dem KZ-Wächter verurteilt werden sollen. Er sieht Hanna als Angeklagte wieder und berichtet im Roman zunächst davon, mit wie viel Hingabe er und die Anderen Studenten des KZ-Seminars den Prozess beobachten und analysieren. Es scheint ihm Freude zu bereiten, die Vergangenheit aufzuarbeiten.
Kapitel 3: „Wir waren die vierte Gruppe, die mit der Vernehmung der Angeklagten zur Person den eigentlichen Beginn der Verhandlung erleben würde.“ (S.90)
Am Anfang des Kapitels beschreibt Michael den Baustil des Gerichtsgebäudes und er spürt wieder eine positive Stimmung, weil er nun endlich anwenden kann, was er gelernt hat. Im Prozess erfährt man, dass Hanna früher bei Siemens gearbeitet hatte und dann zur SS gewechselt ist. Sie war außerdem in zwei verschiedenen Lagern eingesetzt worden und ist einigemale danach umgezogen. Michael erschreckt sich selbst, als er daran denkt, dass er Hanna am liebsten verhaftet sehen würde, nur damit sie raus aus seinem Leben ist.
Kapitel 4: „Während der wochenlangen Gerichtsverhandlung fühlte ich nichts, war mein Gefühl wie betäubt.“ (S.96)
Als Leser merkt man deutlich, dass die Distanz zwischen Hanna und Michael im Laufe des Prozesses noch größer wird. Michael betrachtet Hanna, wie als hätte er nie eine Beziehung mit ihr gehabt. Dennoch nimmt er an allen Verhandlungstagen teil und sein Professor begrüßt sein freiwillige Engagement, da er so den anderen Studenten, die nur Teile der Verhandlung erleben, den Rest erzählen kann.
Kapitel 5: „Natürlich hatten die fünf Angeklagten das Lager nicht geführt.“ (S.102)
Michael beginnt in diesem kurzen Kapitel ansatzweise darüber nachzudenken, ob und wie man Jemanden, der in Auschwitz tätig war, verurteilen kann. Außerdem werden die Anklagepunkte kurz genannt und das Gericht macht ohne Michael eine Reise nach Israel, um eine Zeugin zu befragen.
Kapitel 6: „Aber im Protokoll ihrer richterlichen Vernehmung, von ihr gelesen und unterschrieben, stand es anders [...].“ (S. 105)
Im Kapitel 6 wird dem Leser auch im Gerichtsprozess deutlich, dass Hanna Analphabetin ist. Sie stellt fest, dass einige Dinge, die im Protokoll Ihrer Vernehmung geschrieben stehen nicht wahr sind, obwohl sie es unterschrieben hat. Außerdem reagiert sie etwas wunderlich, als sie erfährt, dass ein Zeugenbericht nicht vorgelesen wird, da ihn schließlich jeder schriftlich vorliegen hat. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Prozess zu ihren Ungunsten ausgelegt wird. Anfangs wiederspricht sie noch hastig und aufgeregt, aber je länger der Prozess dauert, desto eher nimmt Hanna auch die Schuld der anderen auf sich.
Kapitel 7: „Eigentlich war die Beweislage [...] günstig.“ (S. 109)
Hanna entwickelt im weiteren Laufe des Prozesses ein großes Maß an Ehrlichkeit und gibt auch Dinge zu, die sie tatsächlich begangen hat. Dies ärgert wiederum die anderen Angeklagten und deren Verteidiger, da das Gericht eigentlich ohne die Aussagen von Hanna keine konkreten Beweise hätte und es sonst ein leichtes Spiel gewesen währe, die Schuld von allen zuweisen. Die anderen Verteidiger nutzen anschließend Hannas Ehrlichkeit aus und schieben alle Schuld auf sie ab. Auch erfährt der Leser in diesem Kapitel, dass Hanna in den Lagern ihre Schützlinge hatte, die ihr vorlesen mussten. Auch dies verdeutlich wieder ihren Analphabetismus.
(Kapitel 17 - 7: Sascha)