Die Orientierung der Dreiteilung des Romans

Die Dreiteilung des Romans „Der Vorleser“, geschrieben von Bernhard Schlink im Jahre 1995, fällt sowohl im Emotionalen als auch im Zeitlichen auf. Besonders interessant ist, dass sich die zeitliche Unterteilung auch an der persönlichen Entwicklung und an der Alterung von Michael orientiert. Weiterhin kann man erkennen, dass die Dreiteilung ebenso an dem Status der Beziehung zwischen Michael und Hanna fest hält. Besonders im ersten Teil fällt die pubertäre Verhaltensweise von Michael auf, so zum Bespiel auf Seite 15: „Ich konnte die Augen nicht von ihr lassen. Von ihrem Nacken und von Ihren Schultern, von ihren Brüsten, die das Unterkleid mehr umhüllte als verbarg, von ihrem Po, […]“. Ebenso ist die Beziehung zu Hanna, ausgedrückt durch sein pubertäres Verhalten, sehr stark.
Nach dem Verschwinden von Hanna (S. 83; „Nachdem Hanna die Stadt verlassen hatte, […]“) beginnt der zweite Teil und Michael entwickelt sich zu einer erwachsenen Persönlichkeit.

Die Beziehung zu Hanna kommt im zweiten Teil fast vollständig zum Erliegen, verstärkt sich aber während dem Gefängnisaufenthalt von ihr im dritten Teil wieder leicht. Allerdings ist diese Art von Beziehung nicht mit der Tiefe zu vergleichen, die vor dem Verschwinden von Hanna bestand. Michael wirkt im dritten Teil eher wie ein emotionaler, aber außenstehender Beobachter.

(Paul und Sascha)